Samstag, 2. Juni 2012

02.06.2012 Denmark Strait


Samstag, 02.06.2012

Sonnenaufgang 3:24 Sonnenuntergang 23:28

Mitten in der Denmark Strait.

Gestern abend war wieder eine Zeitumstellung (1 Std.) die wir verpennt haben. Resultat: heute morgen viel zu früh aufgestanden!

Na ja, die Wettervorhersagen waren gut. Das Wetter auch. Immer noch viel Sonne und warme 7 Grad. Auch wenig Wind. Aber ..... Wellen, Wellen, Wellen. Auf dem Schiff scheint es als ob nur Betrunkene unterwegs sind. Aber die Freude verdirbt das nicht. Sonnenbaden auf Deck 7. Ein gutes, spannendes Buch lesen und nachmittags 'ne Waffel konsumieren.

Lernen und uns schlau machen tun wir auch. Heute waren wieder interessante Vorträge über Grönland, Klima, Geschichte und über die Pole zu hören. Die Spannung steigt. Grönland liegt sozusagen vor der Türe. Noch einen Tag auf See, dann kann das Abenteuer Grönland beginnen. An den Stellen, wo die FRAM keinen Pierplatz hat, und das sind die meisten Anlandungen, werden wir mit Polar Circle Booten an Land gebracht. Gila und ich gehören zur Bootsgruppe 6. Apropos Gila, sie ist begeistert von den Wellenberge und wie das Schiff ein- und wieder auftaucht. Ihre "Ahhhhs" und "Ohhhhhs" sind nicht zu überhören.

Nächste Zeitumstellung heute um 23 Uhr. Dann sind wir auf Grönlandzeit (Deutschland minus 4 Stunden).


Waffeln bis zum Abwinken


Hoffentlich reicht mein Robert Crais Vorrat aus. 3 Bücher haben schon dran glauben müssen.

Freitag, 1. Juni 2012

01.06.2012 Reykjavik - Island

Freitag, 01.06.2012

Sonnenaufgang 3:24 Sonnenuntergang 23:28

64°08'07''N21°53'43''W - Reykjavik Island

Im Kielwasser der Wikinger. Heute erreichen wir Reykjavik. Bereits gestern abend wurden wir informiert, dass alle Frühaufsteher, Nichtschlafenkönner, Langaufbleiber die Vestmanneyr Inseln bereits um 1:40 Uhr auf der Steuerbord Seite sehen können. Qual der Wahl: Entweder durchschlafen oder ein paar Inseln sehen. Dunkel wird es ja nicht mehr. Aber die Schlafmütze hat gewonnen!

Frühstück um 9 Uhr. Dann rauf aufs Deck, Fotoapparat ready und tolle Bilder schiessen, wenn die FRAM in den alten Hafen von Reykjavik einläuft. Pünktlich um 13 Uhr. Wir liegen neben Walfängern, der Coast Guard und Wale Watchern. Irgendwie ein Paradoxon. Aber so ist es in Island. Normale Kreuzfahrer liegen im Containerhafen, ca. 4km von der Stadtmitte entfernt. Die FRAM liegt etwa 5 Gehminuten von der Altstadt. Also noch mal kurz raus, bei 20 Grad Celsius (!!!!) und wieder blauem Himmel und windstill. Die Menschen sitzen vor den Restaurants und geniessen das für Island ungewöhnliche Sommerwetter.



Mein letzter Besuch in Reykjavik war im Jahr 2001 mit lieben Freunden und Mitmenschen. Bereits damals haben wir uns über die seltsamen Namen gewundert. Alles isländischen Männernamen enden mit "son" (Sohn). Beispiele sind Hendrik Parsevalson und Berbuirson. Die Mädchennamen enden mit "dottir" (Tochter) wie z.B. Bierstedtdottir. Liebe Grüße in die Heimat.

Unser heutiger Ausflug startet um 14.30 Uhr. Die Golden Circle Tour. Sie führt uns zu den wichtigsten Attraktionen Islands. Erster Stopp ist Thingvellir. Hier treffen die amerikanische und europäische Kontinentalplatte aufeinander. Thingvellir hat aber auch eine geschichtliche Bedeutung. Hier wurde im Jahr 930 n. Chr. das erste isländische Parlament gegründet


Die Spalte zwischen den Kontinentalplatten ca. 5 bis 6 km lang

Der Wasserfall Gullfoss zählt sicherlich zu den schönsten und bekanntesten Wasserfällen der Insel. Ich habe ihn bereits 1978 und zuletzt 2001 gesehen und bin immer wieder begeistert. Gila, ich und die restlichen Blaujacken der FRAM wurden von einem riesigen Regenbogen begrüsst.


Over the Rainbow

Wenn man in der Nähe des Gullfoss ist sind die typischen Geysire nicht weit weg. Der Strokkur spukt immer noch zuverlässig alle 5-6 Minuten. Immer wieder ein Ereignis. Gila war begeistert. Der 4-stündige Ausflug endete kurz vorm Ablegen der FRAM.


Geysir Strokkur - Island wie aus dem Prospekt.

Um 21 Uhr kam das Kommando "Leinen los". Der 2. Teil der Reise beginnt. 2 Seetage liegen vor uns - über die berüchtigte Dänemarkstrasse. Die Wettervorhersagen sind gut: Sonne und Windstärke 6.

Weitere Infos findet Ihr im offiziellen FRAM Blog: http://mvfram.blogspot.com

Donnerstag, 31. Mai 2012

310.05.2012 Seetag in Richtung Island

Donnerstag, 31.05.2012

Sonnenaufgang 3:59 Sonnenuntergang 22:51

62°55'7''N16°33'0''W - Auf See in Richtung Island

Gestern abend, nachdem das Blog bereits veröffentlicht war, hat Kapitän Andreasen nach dem Auslaufen von Thorshavn einen Umweg durch die Inselwelt der Färöer gemacht, da das Wetter so gut war und die Sonne diese beeindruckenden Inseln richtig ins Licht gesetzt hat. Der Umweg führte uns in den Bordoryavik Fjord hinein an die zweitgrösste Stadt der Färöer Klaksvik. Selbst beim Abendessen (wir haben die 2. Schicht um 20 Uhr) konnten wir uns kaum auf das leckere Essen konzentrieren, so toll und berauschend war die Aussicht auf die sonnenüberfluteten Inseln. Da es auf den Färöern keinen Baumbestand gibt, war ein kleiner künstlich angelegter Wald an einem Häuserhaufen eine der Attraktionen.

Die Uhr wurde wieder um eine Stunde zurückgestellt. Zeitverschiebungsmässig (was ein Wort) haben wir jetzt die Hälfte geschafft. Wir sind jetzt 2 Stunden und Grönland ist 4 Stunden "zurück". Das heisst, wir konnten länger schlafen und wurden heute morgen wieder mit einem hellblauen Himmel, ruhiger See und strahlendem Sonnenschein bei warmen 6 Grad begrüsst.


Morgens, kurz vor dem Frühstück (8.30 Uhr)

So ein Seetag ist immer mit Aktivitäten ausgefüllt. Da die FRAM ein Expeditionsschiff ist gibt es immer interessante Vorträge. Diesmal über Island und über die Geschichte des Atlantik. Die Leute vom Expeditionsteam machen ihre Sache sehr gut. Sie kennen sich nicht nur gut aus sondern sind auch sehr gute Präsenter.

Heute morgen 11:25 Uhr haben wir den ersten Buckelwal auf der Backbord Seite gesehen. Ganz kurz ist er neben der FRAM in etwa 200m Abstand geschwommen, hat seinen Buckel gemacht, mit der Fluke gewunken und ist abgetaucht. Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Aber wir werden hoffentlich noch mehr dieser Gesellen sehen.

Den Nachmittag haben wir auf Deck 7 gechillt ... und die leckeren, kalorienarmen norwegischen Waffeln mit Schlagsahne, Blaubeer- und Erdbeermarmelade (auch wieder eingeredet kalorienarm) genossen.

Heute vor dem Abend Menu gibt es wieder was Wissenswertes und wir schauen uns eine Doku von BBC Earth über die Pole an.

Morgen früh landen wir in Reykjavik an und werden die "Golden Circle" Tour machen.

Bis morgen denn!


Die Inseln der Färöer in der Abendsonne


Peter filmt so vor sich hin.


Sonnenbaden auf dem Nordatlantik


Ausruhen, Buch lesen, Waffeln futtern, gut gehen lassen, was will man mehr!

Mittwoch, 30. Mai 2012

30.05.2012 Färöer Inseln

Mittwoch, 30.05.2012

Sonnenaufgang 4:01 Sonnenuntergang 22:49

62°00'35''N06°46'17''W - Thorshavn, Färöer Inseln

Kaum zu glauben, aber wahr. Das Wetter macht immer noch mit. Trocken, windig und kalt. Ab 10 Uhr auf dem Ausguck des Oberdecks die Einfahrt in die Färöer Inseln erleben. Klaus, ein Mitglied des Expeditionsteams erzählt uns alles Wissenswerte. Er hat selbst jahrelang auf den Inseln gelebt. Ankunft im Hafen von Thorshavn um 11 Uhr. Heute muss alles schnell gehen. Ich will noch kurz in die Stadt. Ist aber kein Problem, da die FRAM mal wieder fast mitten im Zentrum liegt. Die grasbedeckten Häuser und kleinen Gassen sind ein fotografisches Muss. Dann schnell wieder zurück zum Schiff. Um 12.15 Uhr beginnt der Ausflug zur Insel Vagar. Sie ist rund 178 qkm groß und liegt westlich der Hauptinsel Streymoy. Überall wieder freilebende Schafe mit ihren Jungen. Die Bevölkerungsstatistik: 50.000 Einwohner, 70.000 Schafe und ca. 70.000 Lämmer. Vagar ist mit der Hauptinsel über einen 4,9 lm langen Tunnel verbunden. Auf Vagar ist auch der Internationale Flughafen (! morgen kommen 5 Maschinen an aus Kopenhagen, Stavanger und London). Eine Straße gibt es, die alle Dörfer miteinander verbindet. Unser Zeil war das 20 Seelen Dorf Gasadalur, malerisch auf einem Felsen gelegen, sofort gegenüber der Vogelinsel Mykines. Atemberaubende Kulisse. Die Geräusch des Windes wurde sogar übertönt durch das Klicken der Auslöser. Als wir dort ankamen, war die Sonne draußen am blauen Himmel. Zurück ging die Fahrt über die Bergstrasse, vorbei an einem Natostützpunkt und tollen Ausblicken auf die einzigartige Felsenkulisse dieser wilden und beeindruckenden Inseln.

Um 17 Uhr hat die FRAM Thorshavn verlassen. 520 Seemeilen bis Island liegen vor uns. Wie sagte ein Mitreisender im Bus: "Morgen haben wir Ruhetag". Die Wettervorhersage ist gut, auf Grönland sind es zur Zeit 24 Grad, hoffentlich bleibt es so. Uns erwarten 13-16m/Sek. Wind. Wird ein bisschen schaukeln, aber so muss es sein!


Die Färöer sind erreicht.


Wilde Landschaften an der Vogelinsel Mykines


Schafe überall - die Rasse der Färöer Schafe lebt ganzjährig draussen.


Grasbedeckte Häuser in Thorshavn


Madame vorm Abgrund. Links ein Vogelfelsen mit Dreizehenmöven und Papageientauchern.


Unsere FRAM in Thorshavn. Der Pfeil zeigt auf unsere Kabine.

Dienstag, 29. Mai 2012

29.05.2012 Lerwick, Shetland Islands

Dienstag, 29.05.2012

Sonnenaufgang: 03:59 Sonnenuntergang: 22:05

Auch heute ist es wieder 8 Uhr als die FRAM Lerwick auf den Shetland Inseln erreicht. Wieder ein Tag mit gutem Wetter! Wieder ein Tag, an dem früh aufgestanden wird, da ein Ausflug auf dem Programm steht. Shetland besteht aus über 100 Inseln. Dieser nördliche Teil der britischen Inseln wird von etwa 22.000 Menschen, 250.000 Schafen und 1.000 Ponys bewohnt. Die Landschaft ist geprägt von dramatischen Klippen und ruhigen Buchten. Der Osten der Inseln berührt das Nordmeer und der Westen den Atlantischen Ozean. Unsere Fahrt ging von Lerwick and die Südspitze des Mainlands. Dort, in der Nähe des Flughafens, liegt Jarlshof, eine Siedlungsanlage aus der Stein-, Eisen- und Bronzezeit. Die Fauna wird interessanter. Heute haben wir die ersten Robben gesehen und (für Leonie) tolle Bilder von jungen Shetland Ponys geschossen.


Common Seals , die leider nicht mehr so Common sind


Sumburgh Head im Süden von Mainland


Shetland Markenzeichen - neben Wolle


Lange bevor die Wikinger kamen gab es die Siedlungen in der Stein-, Eisen- und Bronzezeit

Nachmittags war noch etwas Zeit bis zum Auslaufen der FRAM. Da ich es nicht geschafft, habe eine Irish Whistle in Kirkwall zu kaufen, in Lerwick hat es geklappt. High Level Music mit Fender, Gibson und PRS Gitarren ... und meiner Whistle. Ich entlocke ihr sogar Töne! Und es war praktisch, dass im gleichen Haus noch eine Drogerie war, da Madame noch was zum Verschönern brauchte.

Ach ja, auf dem Fort Charlotte waren wir auch!

Um 16 Uhr ging es weiter in Richtung Färöer Inseln wo wir morgen um 11 Uhr ankommen.


Musik, Parfüm und ein Whistle Man (hält er in der Hand)



Foto mit unserem Zuhause im Rücken.

Montag, 28. Mai 2012

28.05.2012 Kirkwall Orkney Islands

Montag, 28.05.2012

Sonnenaufgang: 4:17 Sonnenuntergang 22:01

Um 8 Uhr erreicht die FRAM Kirkwall, die Hauptstadt der Orkney Inseln. Auf Grund der Grösse der FRAM können wir wieder ca. 200m vom Zentrum der kleinen Stadt vor Anker gehen. Das Wetter ist schön, aber etwas bedeckt. Heute ist bereits um 7 Ihr Frühstück, da der heutige Landausflug um 8:30 Uhr beginnt. John ist der Guide. Ein Chemie- und Physiklehrer in Rente mit einem charmanten Radebrecher Deutsch. Es geht entlang der Nordküste von Scapa Flow, dem berühmten Marinestützpunkt zum "Ring of Brodgar", einem sehr schönen Steinkreis mit 107m Durchmesser, angelegt vor ca. 5000 Jahren!

Ring of Brodgar - und Gila mittendrin

Dies wird eine Reise in die Vergangenheit. Es geht weiter nach Skara Brae, einem der am besten erhaltenen Dörfer aus der Zeit von 3100 bis 2600 vor Christus. Erst Mitte des 19 Jahrhunderts hat ein Sturm das versunkene Dorf wieder ans Tageslicht gebracht. Wenn man sieht, wie die Menschen vor 5000 Jahren gelebt haben, wie sie alles nur mit Steinen gebaut haben, kommt Staunen und Ehrfurcht auf.

Die "Blaujacken" der FRAM im wohl ältesten Dorf Europas.

Direkt neben Skara Brae liegt das Skaill House, eines der schönsten Familienhäuser in Orkney. Spuren von James Cook, lokalen Handelsfamilien, dem englischen Königshaus und der Lübecker Hanse (angeheiratet) sind in der Familiengeschichte zu finden.

Ach ja, und ein brütendes Möwenpaar liess sich nicht von den blaugekleideten FRAM Touristen stören.

Manchmal friedlich, manchmal auch streiten - diese Möwen!

Nachmittags haben wir einen Bummel durch Kirkwall gemacht. Natürlich war neben der Magnus Kathedrale der lokale Musikladen für mich die Hauptattraktion.


Madame Gila am Hafen, Music Shop und Magnus Cathedral in Kirkwall

Die Serviceleute auf der FRAM sind sehr freundlich. Ein paar stelle ich vor. Heute ist Eric an der Reihe. Immer gute Laune, immer freundlich.

Eric - Chef of the Bar

Um 21 Uhr verlässt die FRAM die Orkney Inseln. Nächster Stop Lerwick auf den Shetland Inseln.
Heute abend gibt es noch eine musikalische Darbietung verschiedener Mannschaftsmitglieder der FRAM.


Gila in einer neuen Perspektive!

Sonntag, 27. Mai 2012

Sonntag, 27.05.2012 Aberdeen, Schottland


Sonntag, 27.05.2012

Ankunft in Aberdeen um 8.30 Uhr. Aberdeen ist der größte europäische Ölhafen. Wir liegen neben grossen Versorgungsschiffen, Kränen und Petro Silos.


Der Kran hat es mir angetan. 8 Achsen. Ein echter "Lifting Service"!

Das tolle Wetter hält auch heute an. Vorige Woche war es hier noch um den Gefrierpunkt und heute sind es 25 Grad. Gila und ich haben heute morgen das Schiff verlassen und sind zur Esplanade, dem 5 km langen Strand von Aberdeen gegangen. War um die Ecke, neben dem Hafen. Zu Beginn des Strandes gab es ein altes Fischerdorf mit kleinen engen Gassen und ebenso kleinen Häusern. Die Bewohner waren Touris gewöhnt und freuten sich über einen kleinen Plausch.

 Die Esplanade von Aberdeen. 5 km Sandstrand, ca. 400m vom Liegeplatz der FRAM.

In diesen Hütten wurden früher von den Fischersfrauen die Netze geflickt und Wäsche gewaschen. Heute sind sie charmanter Kitsch As Kitsch Can.

Nach dem Mittagsbuffet ging es auf einen Ausflug zum Pitmedden Garden. Eine Tour durch das schottische Hügelland, nach Peterhead mit seinem Öl- und Fischhafen. Pitmedden Garden sind sehr schöne Designergärten. Dank des tollen Wetters eine gute Gelegenheit, bei einer Tasse Kaffee draussen im Cafe zu sitzen. Auf der Fahrt zurück nach Aberdeen löste John (unser Guide ... mit Kilt) auch das Rätsel der vielen Kamine, die auf (fast) jedem Haus in England zu sehen sind. Ein Kamin pro Feuerstelle. Simple, oder?





Designergärten! Mir sind wild wuchernde Blumen lieber. Der Kaffee war gut. Die vielen Kamine auf den englischen Häusern. Wie gesagt, das Rätsel ist gelöst.

Morgen fängt der spannende Teil der Reise an. Es geht nach Kirkwall auf den Orkney Inseln. Weiter gen Norden.
Nicht vergessen, auch das offizielle Blog der FRAM lesen:

http://mvfram.blogspot.de